28. Juli 2016

DAS RAD PACK

Sie veranstalten ein Indoor-Fixierennen, bei dem es nicht Techno und Schampus wie bei den Sixdays gibt, sondern Punkrock und Bier. Sie fahren zusammen mit dem Crossrad durch Island, obwohl die Wetterkarte jedem vernünftigen Radfahrer sagt, dass er diese Insel lieber meiden sollte. Danach schaffen sie es, den Film über die Wind- und Wetterreise in ausverkauften Kinos in sechs deutschen Städten zu zeigen. Vielleicht fragst du dich langsam, wer diese Typen eigentlich sind?

12 Freunde müsst ihr sein


RAD PACK
Das RAD PACK im Gruppenbild

Das RAD PACK sind 12 fahrradbegeisterte Männer und Frauen aus deutschen Städten wie Frankfurt, Wiesbaden, Hamburg oder Berlin. Angefangen haben sie als Clique, die gern zusammen Radfahren ging oder verreiste (natürlich auch nicht ohne Fahrrad). Daraus entstand eine feste Gruppe, die Rennen veranstaltet, um die Lücke zu schließen zwischen unterhaltsamen Szeneevents und echten Radrennen. Das RAD RACE ist eine ganze Serie aus vier Rennen mit der einfachen Philosophie: „Stop Racism, Start Raceism!“, also Offenheit und Spaß am Racen. Sie wollen weg von den verbissenen Lizenzrennen, hin zum Gefühl des freundschaftlichen Ehrgeizes beim Ortsschildsprint mit Freunden.

Die Entstehung des RAD RACE


Leggo bikes shot by Arturs Pavlovs  in Monsterparks
Den Spaß am Fahrradfahren zurück in die Szene bringen: das RAD RACE LAST MAN STANDING in Berlin. © Arturs Pavlovs

Mit der Entwicklung des RAD RACE hat sich die Crew einen Namen gemacht, das war im Jahr 2013. Im Auto auf dem Weg zu einem Punkkonzert stellen sich die Freunde, die außer dem Musikgeschmack auch die Leidenschaft für schnelles Radfahren teilen, die Frage: Warum sind Radrennen oft so uncool? Muss das Finisher-Jersey eines Jedermann-Rennens so farbenfroh sein, dass man sich damit besser nicht in der Öffentlichkeit zeigt? Kann man die Atmosphäre um ein Rennen nicht so gestalten, dass die Teilnehmer und ihre Begleiter nicht nach der Siegerehrung so schnell verschwinden wie sie vorher die Ziellinie überquerten? Und kann man Formate finden, die für das Publikum überschaubarer und damit auch spannender sind?
Im Rücken hat die Reisegruppe eine Vergangenheit in der Skate-, Surf- und Fahrradkurierszene. Die Sportarten kamen einst aus dem Untergrund, aus Mangel an Infrastruktur galt hier schon immer: Wer etwas bewegen will, muss anpacken. Wenn es im „klassischen“ Radsport nichts Besseres gibt, sagen sich die Jungs, muss man es eben selbst machen. So entstand das erste RAD RACE auf der Kartbahn in Neukölln (hier unser Artikel über das diesjährige Rennen): 8 Fahrer oder Fahrerinnen treten gegeneinander auf dem Rundkurs an, bei jeder Zieldurchfahrt wird der/die letzte aus dem Rennen genommen. Das Konzept war ein Erfolg, das kompakte Format garantiert Spannung pur, die Zuschauer sind voll dabei, und auch die Fahrer haben jede Menge Spaß!

Verschieden Typen


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Das RAD PACK: ihnen geht es nur ums Radfahren.

Von der Idee bis zum ersten Rennen verging dann gerade mal ein halbes Jahr. Einer der Aktiven der ersten Stunde ist Ingo Engelhardt, der lange im Eventbereich gearbeitet hat. Er erzählt mir, wie das RAD PACK seine Erfahrungen umsetzte: „Auch der Laufsport galt lange Zeit als öde. In der Agentur war ich vor Jahren beteiligt an der Entwicklung des Konzepts des Hindernislaufs, wie man sie heute überall sieht, mit spannenden Hindernissen und echtem Kampf, bei dem man auch mal in den Schlamm fällt. Plötzlich hatten die Leute wieder Bock auf Laufen! Diesen Spaß wollten wir auch in den Radsport zurückholen, denn wir sahen, dass die Szene lebte.“
Dazu halfen alle zusammen. Beim RAD PACK mit an Bord sind alle möglichen Berufe, vom Grafiker über Filmer, Gastronomen, und Vollzeiteltern bis hin zu zwei Anwälten. Die dürfen sich aus ihrem Umfeld schon mal anhören, ob man denn mit Staatsexamen wirklich noch Absperrgitter schleppen muss. Doch alle stehen hinter dem Konzept und sind mit Leidenschaft dabei. Wie übrigens auch GORE BIKE WEAR®. „Bei ihnen geht es nicht um Attitude, ihnen geht es um Radfahren,“, so Patric Gördes, Produktmanager bei GORE Apparel, „das passt zu uns, auch bei uns dreht sich alles um Performance.“

Was ist denn jetzt mit der Couch?


RAD RACE Fixed42 Foto by Constantin Gerlach constantingerlach.de_01
Bei der Fixed42 2016 in Berlin gingen 500 Fahrer aus 42 Ländern an den Start. © constantingerlach.de

Genau, die Couch! An ihr lässt sich der Spirit des RAD PACK gut festmachen. Sie wurde kurzerhand eingeführt, als man für die Fixie-Weltmeisterschaft „Fixed42“ einen Besenwagen einplanen musste. Der ist bei Radrennen dafür verantwortlich, ausgeschiedene Racer einzusammeln. Das gefürchtete Symbol des gescheiterten Rennfahrers, der Niederlage, der Schmach. Die Organisatoren wollten einen netteren Ansatz. Denn bei solchen Rennen kommen überwiegend ambitionierte Hobbyfahrer zusammen, die sich der Marathondistanz stellen, um Spaß beim Racen zu haben, und die nicht 40 Stunden wöchentlich nach Plan trainieren können. Wenn sie ausscheiden, sei es, weil sie kaputt sind, oder nur wegen eines Defekts oder einer Verletzung, so haben sie Anerkennung verdient, und ganz sicher ein Kaltgetränk! So war der berüchtigte Besenwagen bei der Fixie-WM ein 7,5-Tonner, bequem und liebevoll ausgestattet mit Couches, auf denen man sich zu guter Musik den hart erarbeiteten Hopfentee schmecken lassen konnte. Ganz mein Geschmack.

Übrigens: Ich bin schon gespannt auf das nächste RAD RACE-Event am 13.08. am Heidbergring Nahe Hamburg! Dort heißt es auf der Bahn wieder: LAST MAN STANDING!

Ride On!
Rafael


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