5. August 2016

Dem Himmel so nah – Daniel Jung knackt den Streckenrekord beim Ultra Skyrace

Das Ultra Skyrace in Südtirol ist eine der härtesten Laufchallenges, die die Alpen zu bieten haben. Gore Running Wear® Athlet Daniel Jung durchläuft die hochalpine Strecke von 121 Kilometern und 7554 Höhenmetern in unglaublichen 17:34.37 Stunden – ein neuer Streckenrekord. Im Interview erzählt er uns von Höhen, Tiefen und dem richtigen Outfit beim Ultra Skyrace.

Harald Wisthaler - wisthaler.com
GORE RUNNING WEAR® Athlet Daniel Jung läuft das Ultra Skyrace in sagenhaften 17:34:37 Stunden. © by Harald Wisthaler.

Du hast beim Ultra Skyrace eine echte Erfolgsgeschichte geschrieben, wie hast Du das Rennen erlebt?

Daniel Jung: Es war ein harter Kampf, eine echte emotionale Berg- und Talfahrt mit vielen Momenten, in denen ich hart mit mir Ringen musste. Aber ich hatte eigentlich seit Beginn des Rennens das Gefühl: “Du kannst das hier heute echt packen.” Zwischendurch hatte ich mal die Sorge, dass mein Ziel den Streckenrekord zu knacken nicht mehr klappen könnte. Aber es ist natürlich ein cooles Gefühl, gegen Ende den Sieg sicher in der Tasche zu haben. Und weil das Ultra Skyrace in meiner Heimat Südtirol stattfindet, hatte ich in schwierigen Momenten meine Familie und meine Freundin in der Nähe, die mich motiviert haben.

Wie hat dein Körper diese Strapaze mitgemacht?

Daniel Jung: Erstaunlich gut! Ich war vor diesem Rennen in einer tollen körperlichen Form und das hat sich zum Glück im Rennen fortgesetzt. Erst die letzten zwei Stunden als es stark bergab ging hatte ich ziemliche Schmerzen in den Oberschenkeln. Aber das habe ich gut überstanden.

Die Trails des Ultra Skyrace sind technisch anspruchsvoll, es geht teilweise bei Dunkelheit durch hochalpines Gelände. Gibt es Situationen, wo man es als Läufer mit der Angst zu tun bekommt?

Daniel Jung: Die gibt es natürlich, besonders eine Situation relativ zu Beginn des Rennens war eine Nervenprobe für mich. Es war phasenweise ziemlich neblig, mit Sichtweiten von zwei oder drei Metern. Da nützen selbst die besten Markierungen nichts mehr. Ich konnte mich nicht mehr richtig orientieren und habe mich verlaufen. Im Hochgebirge kann das gefährlich werden und ich musste ziemlich gegen meine aufsteigende Panik ankämpfen. Zum Glück war das nicht so weit vom letzten Versorgungspunkt entfernt und ich konnte über einen Anruf an meinen Vater die Bergrettung aktivieren, die mir mit Signalen den Weg gewiesen hat.

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Besonders Nachts sind die hochalpinen Passagen eine echte Challenge. © by Harald Wisthaler.

War das der schwierigste Moment in diesem Rennen für dich?

Daniel Jung: Absolut. Da ist zum einen die Angst und die Unsicherheit, die man wegstecken muss. In diesem Moment war ich mir auch nicht mehr sicher, ob ich trotz des Zeitverlustes meine Ziele noch erreichen kann. Es hat etwa eineinhalb Stunden gedauert, bis ich emotional wieder richtig auf Kurs war.

Was hat dir beim Ultra Skyrace ein absolutes Hoch beschert?

Daniel Jung: Es gab einige Momente, die mich total gepusht haben, aber der Zieleinlauf ist sicherlich das intensivste, an das ich mich erinnern kann. Bei einem Rennen in der eigenen Heimat ist es immer etwas besonderes, zu finishen. Aber zu wissen, dass ich als erster ins Ziel einlaufe, ich auch den Streckenrekord gepackt habe und meine Lieben schon hinter der Ziellinie zu sehen, war einfach ein gigantischer Moment.

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Gigantischer Moment: Daniel Jung beim Zielleinlauf. © by Harald Wisthaler

Du bist über 17 Stunden am Stück und tausende Höhenmeter durch die Berge gelaufen. Was hat dich durchhalten lassen?

Daniel Jung: Natürlich war da die ganze Zeit das Gefühl, dass ich das schaffen und das Rennen sogar gewinnen kann. Aber ich habe meiner Familie viel zu verdanken. In den harten Momenten waren sie am Streckenrand, an Versorgungspunkten oder haben mich ein Stück begleitet. Als ich nach der Passage im Nebel ganz unten war, hat mich mein Bruder mit dem Moutainbike begleitet und mir gesagt, “Gib Gas, Bruder, Du bist noch super gut dabei”. Wer einen so gut kennt wie die eigene Familie, der findet die richtigen Worte, um einen aus einem Tief wieder rauszuholen.

Wie hast du dein Outfit für dieses Rennen gewählt?

Daniel Jung: Ich musste mich in Sachen Kleidung auf große Temperaturunterschiede einstellen, weil es Nachts in den Bergen ziemlich kalt ist, aber an diesem Juliwochenende tagsüber große Hitze herrschte. Während der kühleren Phasen habe ich meine ONE GORE-TEX®-Jacke über dem Rucksack getragen, darunter das ESSENTIAL BASE LAYER Shirt und die FUSION 2in1 Shorts von GORE RUNNING WEAR®. Während der wärmeren Phasen bin ich dann ohne die Jacke nur mit dem Shirt gelaufen.

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GORE RUNNING WEAR® Athlet Daniel Jung mit seinem Outfit für das Ultra Skyrace. © by Harald Wisthaler

Du hast erst vor zwei Jahren das Mountainbiken an den Nagel gehängt und bist zum Trailrunning gewechselt. Wie erstaunlich ist es für dich selbst, dass du in deinem neuen Sport schon an der Spitze stehst?

Daniel Jung: Ich freue mich natürlich, aber ich denke, die Voraussetzungen, die du als Sportler für beide Sportarten brauchst, sind relativ ähnlich. Die Muskulatur, die ich mir beim Mountainbiken erworben habe, nützt mir jetzt bei den Bergläufen. Hinzu kommt, dass ich mit dem Trailrunning meinen Sport gefunden habe. Ich bin einfach mit einer unglaublichen Leidenschaft dabei.

Was kommt als nächstes?

Daniel Jung: Das nächste große Ziel für mich ist der GORE-TEX® Transalpine-Run. Dort bin ich schon vergangenes Jahr sehr erfolgreich mit gelaufen, dieses Jahr will ich gewinnen. Ende Februar will ich mich bei der Transgrancanaria dann mit der Weltelite messen.


Daniels Outfit beim Ultra Skyrace 2016

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