9. August 2016

GIRLS ON TOUR – WAS HABEN DIE PROFIS IM RUCKSACK MIT DABEI?

Frauen erobern genauso wie die Männer die Berge und Straßen mit dem Bike, nur beim Thema Schrauben fehlt vielen von uns das nötige Selbstvertrauen. GORE RUNNING WEAR® Athletin Nathalie Schneitter gibt euch Tipps, welches Werkzeug auf jeden Fall in euren Rucksack gehört und wie ihr beim Reifenwechsel auf Tour eure Frau steht.

ROSE Vaujany fueled by ultraSPORTS - photo: Irmo Keizer
Kleine Bikeprobleme löst sie am liebsten gleich selbst: Moutainbike-Profi Nathalie Schneitter, hier auf Tour in den Bergen. © by Irmo Keizer.

Sommerzeit ist Tourenzeit. An einem sonnigen Sommertag gibt es für Freizeitradler sowie Profis nichts schöneres als den Drahtesel (oder den edlen Carbon Schlitten) zu satteln und für mehrere Stunden loszuziehen. Gerade wenn im Flachland die Temperaturen wieder einmal in unerträgliche Höhen schießen, tut es gut, mal wieder das Mountainbike zu schnappen und für eine Tagestour in die Berge zu gehen.

Das Papa-Rundum-Sorglos Paket: Bequem, aber gefährlich …

Für viele Mädels ist es aber ein Tabu-Thema, selbst am Bike herum zu schrauben. Meist ist der Grund dafür schlicht und einfach die Angst davor, etwas kaputt zu machen – Mädels haben oft einfach zu wenig Selbstvertrauen, wenn es um das Schrauben geht. Wenn man zu Hause von Ehemann, Boyfriend, Bruder oder Papa nicht nur Fahrrad-Putzservice kriegt, sondern ein ganzes Rundum-sorglos-Paket, ist dies zwar nicht weiter verwunderlich, aber trotzdem schade. Ich selber hatte das Glück, dass mein Papa zwei linke Hände hat und sich der Bruder eher für Fussball als Bikes begeistert. So musste ich mir etliche Kenntnisse schon früh selber aneignen (auch wenn ich für ganz komplexe Sachen auch heute noch immer gerne den Bikeshop des Vertrauens kontaktiere) und Fahrrad putzen wurde zu meiner wöchentlichen Meditation.

Auf Tour gibt es keinen Shop, den man aufsuchen kann. Da gilt: Selbst ist die Frau und die Angst davor, etwas kaputt zu machen, ist fehl am Platz.

Folgende Tools und Allzweck-Mittel gehören für mich in jeden Tourenrucksack oder auch in jede Trikottasche:

Multitool: Ein Multitool kann zwar nicht alles, aber ganz vieles. Oft gehen durch die Vibrationen auf dem Trail irgendwelche Schrauben locker. Eine loser Brems- oder Schalthebel ist nicht nur nervig, sondern schränkt die Fahrfreude auch mächtig ein. Deshalb lockere Schrauben immer grad anziehen und Fahrspass und auch Fahrsicherheit bleiben hoch.

Ersatzschlauch und Pumpe: Ein Plattfuss ist zwar nervig, aber gehört meistens dazu auf einer grossen Tour. Übermassig viel Luft in den Reifen ist aber eine schlechte Strategie um platten Reifen vorzubeugen. Dabei verliert der Reifen nämlich extrem an Traktion und eiert auf Trails und Schotterwegen unschön herum. Die bessere Strategie ist es, Ersatzmaterial dabei zu haben. Ich schaffe einen Schlauchwechsel inklusive pumpen in unter zwei Minuten. Es ist wirklich ganz simpel. Am besten übt man aber schon zu Hause mal, sodass man auf Tour dann weiß, wie was zu tun ist. Reifenheber habe ich normalerweise auch dabei. Meistens gehen die Reifen zwar auch ohne diese auf die Felge drauf, aber sicher ist sicher.

Tape: Mit Tape kann man fast alles flicken. Improvisation ist hier das Zauberwort. Schnalle am Schuh abgebrochen? Schaltwerk abgebrochen? Speiche gebrochen? Dank einem fetten Stück Klebestreifen haben es schon viele viele von uns doch noch mit dem Bike nach Hause geschafft und die schöne Tour noch zu Ende fahren können.

Kabelbinder: Wenn Tape nicht hilft, dann tut es der gute alte Kabelbinder. Er wird bei der Bastelei auch gerne in Kombination mit dem Tape gesehen. Der Kreativität werden hier keine Grenzen gesetzt.

Sackmesser: Man weiß nie für was man unterwegs ein Messer brauchen kann. Und wenn es nur ist um das vielseitig eingesetzte Tape in maßgeschneiderte Stücke zu schneiden oder stark verschmutzte Schrauben zu säubern.

Viel mehr habe ich meistens nicht dabei. Mit den fünf oben genannten Zutaten kommt man aber weit, sehr weit. Dabei muss man nicht mal viel Erfahrung oder Kenntnis haben beim Schrauben. Mut zur Improvisation und ein paar Basteltricks aus der Kindheit bringen einem meistens sicher und heil wieder nach Hause. Mit etwas Selbstvertrauen ein Problem anzugehen, hilft auch. Und die Zuversicht, dass alles Gut kommt, ist und bleibt meiner Schrauber Tipp Nummer EINS!!!

FittesFahrrad
Nur Mut, Mädels. Mit etwas Selbstvertrauen und den richtigen Tools lassen sich die meisten Bikeprobleme selbst lösen.

Nathalies Outfit für eine Bike-Tour „Girls Only“:

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