8. März 2016

The Spirit of Trailrunning

Laufen: Das war in meinen Augen ein Sport für Mittvierziger, die, gefangen zwischen Beruf und Familie, versuchten, sich halbwegs fit zu halten; oder für Leute, die kein Talent für Ballsportarten hatten und deswegen in ihren Trainingsanzügen joggen gingen oder gar die bereits zu Schulzeiten verhassten „Waldläufe“ machten. Laufen war einfach langweilig – dachte ich zumindest, auch noch als 35-jähriger. Doch dann stand die Premiere des GORE-TEX® Transalpine-Run an, eine mehrtägige Alpenüberquerung zu Fuß. Als Projektleiter wollte ich wissen, was es denn mit diesem „Trailrunning“ auf sich hat, warum so viele Menschen auf der ganzen Welt so gerne laufen, immer mehr davon auch abseits der Wege.

Gore-Tex Transalpine-Run 2015 04.09.15, Tag 07: Scuol (CH) – St. Valentin 37,8 km, + 1.633 m / - 1.376 m

Also begann ich selbst zu laufen und wagte mich zaghaft an die ersten Voralpenhügel. Dabei merkte ich schnell, dass Kraft, Ausdauer und Muskulatur dafür nicht gerüstet waren. Aber ich spürte auch, dass die Forstweg-„Autobahnen“ nicht mein Ding waren und ich die kleinen Trails suchte, am liebsten verspielte, kurvige Wurzelwege, sowie alte, kaum genutzte Karrenwege, die nicht selten ins Unbekannte führten. Geschwindigkeitsrekorde stellt man so natürlich nicht auf, aber ich entdeckte ganz neue Seiten der hiesigen Bergwelt und kam am Ende doch meist weiter als geplant.

Und: Laufen begann Spaß zu machen. Kraft und Kondition wurden besser, die zurückgelegten Höhenmeter mehr; zwar meist gehend statt rennend den Gipfeln entgegen, dafür zunehmend schneller auf den immer technischer werdenden Downhills. Ich wurde zum Trailrunner. Genoss die Bergläufe, die jedes Mal eine Flucht aus dem Alltag versprachen. Von wegen Lauftrott und Langeweile! Nein: Trailrunning ist eine Mischung aus Laufen und Outdoor-Abenteuer, es hält den Geist wach, auf technischen Trails sowieso, aber auch die Mischung aus zähen Anstiegen und flowigen Trails, die oft wechselnden Wetterverhältnisse unten im Tal und oben auf dem Gipfel – Trailrunning ist Abwechslung pur.

Trailrun04

Eine meiner Lieblingsrunden ist keine halbe Stunde von meinem Arbeitsplatz entfernt: im Jenbachtal bei Bad Feilnbach, am Fuße des Wendelsteins, 10 Minuten von der A 8. Da erlebt man in gut zwei Stunden auf 15 Kilometern alles, was das Trailrunner-Herz begehrt: schmale Trails entlang eines Flusslaufes, ein toller, wenngleich kaum laufbarer Anstieg auf einem Grat hinauf zur Rampoldplatte, oft im Nebel und bei zugigem Wind, dann den knackigen, meist matschigen und „hängenden“ Downhill hinunter zur Schuhbräualm, den kleinen Mitterberg mitnehmend zum mühsamen Schlussanstieg auf den Farrenpoint, bevor der finale Downhill ansteht: erst 10 Minuten auf einem brettharten, steilen Forstweg, ein wahrer Oberschenkel-Killer, dann links abbiegen auf einen sensationellen Trail, der auch dem geübten Läufer volle Aufmerksamkeit abverlangt. Gleichzeitig ist er so schön, so verspielt mit all seinen Kurven und Wurzeln und Stufen, dass einem noch das Grinsen im Gesicht steht, wenn man unten den Jenbach wieder erreicht und die letzten 200 Meter zum Parkplatz ausläuft. Das ist Trailrunning pur, das ist der „Spirit of Trailrunning“.

Trailrun03

Und diesen Spirit erlebt man in seiner Reinform beim GORE-TEX® Transalpine-Run, der dieses Jahr zum 12. Mal ausgetragen wird: 7 Tage im Zweier-Team auf den schönsten Trails der Alpen, jeder Tag ein neues kleines Abenteuer, sensationelle Aussichten gepaart mit zähen Anstiegen und tollen Trails, Momente des Leidens und der Schmerzen, aber auch Glücksgefühle und Emotionen, die manch einer im Alltag das ganze Jahr über nicht erlebt.

Ich bin auf jeden Fall wieder dabei, wenn am 3. September 2016 in Garmisch-Partenkirchen der Startschuss für den 12. GORE-TEX® Transalpine-Run fällt – als Sponsor, vor allem aber als leidenschaftlicher Trailrunner. Mehr Infos unter transalpine-run.com.

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